Fundamentierungsoptionen für Offshore-Windkraftanlagen I

Wurden in den vorangegangenen Artikeln vornehmlich die in Theorie und Praxis gängigen bzw. die in der Offshore-Grundierung vermehrt zum Einsatz kommenden Fundamentierungsvarianten wie Schwergewichts-, Monopile- oder Tripod-Konstruktionen vorgestellt, so soll in den beiden folgenden Beiträgen ansatzweise auf weitere denkbare Alternativen bei der Gründung von Offshore-Windkraftanlagen eingegangen werden.

Die ersten realisierten Offshore-Windparks sind in Anbetracht der dortigen adäquaten Wassertiefen ausschließlich mit bodenmontierten Tragkonstruktionen ausgerüstet worden, so zum Beispiel die in den letzten Artikeln teilweise angesprochenen Projekte „Vindeby“, „Tunø Knob“ und „Middelgrunden“ in Dänemark mit Gewichtsfundamenten oder auch die Vorhaben „Bockstigen“, „Utgrunden“ (Schweden) und „Blyth Harbour“ (Großbritannien) mit Einpfahlgründungen bzw. Monopiles.

In einzelnen Forschungsprojekten wurden nun auch sogenannte schwimmende und halbschwimmende Tragkonstruktionen untersucht (und im Pilotbetrieb dann auch umgesetzt), die allerdings bisherigen Kostenanalysen zufolge trotz ihrer technischen Machbarkeit zu umgelegt etwa doppelt so hohen spezifischen (= kWh-bezogenen) Kosten führen, wie sie mit konventionellen bodenmontierten Offshore-Parks erreichbar sind.

Schwimmende Fundamente stellen aufgrund dieser Tatsache in der betrieblichen Praxis zumindest Stand heute (noch) keine vergleichbare konventionelle Alternative für die (kommerzielle [*]) Offshore-Windenergiegewinnung dar. Derzeit gibt es jedoch bereits einzelne Windkraftanlagen sowie einige geplante Projekte im mittleren MW-Leistungsbereich, die auf schwimmenden Gründungen errichtet wurden respektive werden sollen.

Auf ihren serienmäßigen Einsatz in Meeres-Windparks könnte darüber hinaus auch im Zusammenhang mit Gebieten großer Wassertiefen zwischen 75 und 500 m in Zukunft durchaus noch einmal zurückgekommen werden. Der Vorteil dieser (halb-) schwimmenden Parkanlagen wäre aufgrund ihrer voraussichtlichen Standorte auf Hoher See sicherlich in der dortigen höheren Windgeschwindigkeit sowie im dortigen stetige(re)n Windprofil zu sehen. Weitere denkbare Einsatzgebiete dieser Fundamentierungsalternative wäre in der klassischen Offshore-Landschaft zum Beispiel der Bereich von Steilküsten.

Weiterführende Informationen zum Thema finden sich in der Studie „Untersuchung der wirtschaftlichen und energiewirtschaftlichen Effekte von Bau und Betrieb von Offshore-Windparks in der Nordsee auf das Land Niedersachsen“ des Niedersächsischen Umweltministeriums, Hannover.


[*] „kommerziell“ bedeutet in diesem Kontext nicht zu anderweitigen Zwecken wie z. B. Forschung, sondern rein zur Stromproduktion.