Die Windenergieanlagen in einem Offshore-Windpark können in Gruppen oder vorzugsweise – wie in der Abbildung im Artikel „Anordnung von Windenergieanlagen in Onshore-Windparks I“ dargestellt – auch in Reihen aufgestellt werden. Verglichen mit heutigen Onshore-Projekten wird empfohlen, dass Windparks auf dem Meer in Abhängigkeit des Rotordurchmessers mit einer größeren Distanz von durchschnittlich etwa 8 bis 10 D zwischen den einzelnen Windturbinen angelegt werden sollten.

Um dabei eine optimale Anordnung zu erreichen, gilt es in erster Linie, drei zentrale Effekte bzw. Einflussgrößen bei der Dimensionierung von Offshore-Windparks in Betracht zu ziehen:

  • Aufgrund der im Offshore-Bereich länger anhaltenden Abminderung der durchschnittlichen Windgeschwindigkeit im Nachlauf einer Windenergieanlage wird erwartet, dass der Parkwirkungsgrad gegenüber einem Onshore-Windpark bei gleichen angenommenen Anlagenabständen vergleichsweise niedriger ausfällt. Bei Wirtschaftlichkeitsberechnungen ist also der entsprechend geringere Energieertrag derjeniger Anlagen, die in der Mitte eines Windparks stehen, durch die resultierenden niedrigeren mittleren Windgeschwindigkeiten im Windschatten vorstehender Windkraftanlagen in geeigneter Weise zu berücksichtigen.
  • Wegen der offshore relativ stärkeren Zunahme der Turbulenz in der Abströmung einer Windenergieanlage muss für die nachfolgenden Windenergieanlagen mit einer ebenso verhältnismäßig stärkeren Ermüdung gerechnet werden, was bedeutet, dass bei Offshore-Windparks eine Zunahme der Ermüdungslasten auf Windkraftanlagen in der Mitte des Windparks aufgrund erhöhter Turbulenzen im Windschatten der vorstehenden Windenergieanlagen zu erwarten ist.
  • Bei der Dimensionierung eines Offshore-Windparks sind weiterhin die relativ hohen Kosten der Verkabelung (Kabelmaterial, Verlegungsarbeiten etc.) der einzelnen Windenergieanlagen untereinander als eine entscheidende Komponente zu beachten.

Die beiden erstgenannten, mit den noch zu betrachtenden Windverhältnissen auf See zusammenhängenden Effekte plädieren demnach für eine weitreichendere, raumumfassendere Aufstellungsgeometrie von Windparks im Offshore-Bereich. Diesen stehen jedoch in Form des dritten Punktes die zusätzlichen Kosten für die Verkabelung innerhalb eines Windparks gegenüber, so dass ein diesbezüglicher Optimierungsprozess mit dem Ziel minimaler Stromgestehungskosten notwendig werden wird.

Heute sind Onshore-Anlagenabstände um 3 bis 4 D aufgrund der Begrenztheit der Planungsflächen und aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus durchaus üblich. Für einen Offshore-Windpark sind hingegen – auch auf Basis systematischer Untersuchungen hinsichtlich der Variation der Aufstellungsgeometrie mit computergestützten bzw. -animierten Windparkmodellen – deutlich größere Abstände im Bereich von etwa 7 bis 8 D oder sogar mehr (s. o.) in Hauptwindrichtung anzusetzen.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden sich unter anderem in den einschlägigen Studien „Zukunft Windkraft: Die Energie aus dem Meer – Technische Möglichkeiten und ökologische Rahmenbedingungen“ von Greenpeace e. V., Hamburg, sowie „Untersuchung der wirtschaftlichen und energiewirtschaftlichen Effekte von Bau und Betrieb von Offshore-Windparks in der Nordsee auf das Land Niedersachsen“ der UL International GmbH, Wilhelmshaven.